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Checkliste für die technische SEO-Migration

Mit unserer Checkliste für die technische SEO-Migration sichern Sie Rankings, URLs, Daten und Performance vor, während und nach dem Website-Relaunch ab.

Ein Relaunch ist technisch erst dann gelungen, wenn Suchmaschinen und Nutzerinnen und Nutzer die neue Website ohne Reibungsverluste erreichen. Eine Checkliste technische SEO Migration verhindert, dass bewährte Rankings, wertvolle Backlinks oder wichtige Landingpages beim Systemwechsel verloren gehen. Besonders bei gewachsenen TYPO3-, WordPress- oder individuellen Plattformen reicht es nicht, Seiten einfach in ein neues Design zu übertragen: URLs, Inhalte, Indexierungsregeln und technische Signale müssen kontrolliert weitergeführt werden.

Warum technische SEO-Migrationen scheitern

Die häufigsten Probleme entstehen nicht durch einzelne große Fehler, sondern durch Lücken an den Übergängen. Eine Seite fehlt im Redirect-Konzept, eine Staging-Umgebung bleibt auf noindex, Filterseiten werden plötzlich indexierbar oder strukturierte Daten verschwinden mit dem alten Template. Das Resultat zeigt sich oft erst nach dem Go-live: sinkende Sichtbarkeit, 404-Fehler, weniger organischer Traffic und unnötige Nacharbeiten unter Zeitdruck.

Eine Migration betrifft mehr als einen Domainwechsel. Sie ist immer dann erforderlich, wenn sich URL-Strukturen, CMS, Templates, Informationsarchitektur, interne Verlinkung, Inhalte, Protokolle oder Subdomains verändern. Je stärker die Website im organischen Kanal arbeitet, desto früher sollte SEO Teil der technischen Planung sein. Ein Export der alten Seitenliste kurz vor dem Launch genügt nicht.

Checkliste für die technische SEO-Migration vor dem Relaunch

Die Vorbereitungsphase schafft die Grundlage für einen kontrollierbaren Umzug. Sie beginnt idealerweise, bevor Entwicklung und Redaktion die neue Website weit fortgeschritten haben.

Bestand aufnehmen und messbar machen

Zuerst wird der Ist-Zustand dokumentiert. Dazu gehört ein vollständiger Crawl der bestehenden Website mit Statuscodes, Seitentiteln, Meta-Descriptions, Canonical-Tags, Überschriften, Indexierungsstatus und internen Links. Ergänzend sollten Daten aus der Webanalyse und der Search Console einfließen. So lassen sich nicht nur alle vorhandenen URLs erfassen, sondern auch die Seiten erkennen, die tatsächlich Traffic, Impressionen, Conversions oder externe Verlinkungen bringen.

Nicht jede alte URL muss auf der neuen Website weiterleben. Eine überholte Kampagnenseite ohne Nachfrage kann entfallen. Seiten mit Rankings, Backlinks oder wiederkehrendem Suchtraffic benötigen dagegen eine passende Zielseite. Diese Entscheidung sollte fachlich getroffen werden, nicht allein anhand der URL-Liste.

Ziele und Verantwortlichkeiten festlegen

Definieren Sie früh, was die Migration erreichen soll: etwa ein CMS-Upgrade, bessere Performance, barriereärmere Templates, eine neue Informationsarchitektur oder die Zusammenführung mehrerer Websites. Daraus ergeben sich technische Prüfungen und Prioritäten.

Ebenso wichtig ist eine klare Zuständigkeit. Entwicklung, Redaktion, Marketing und SEO benötigen einen abgestimmten Freigabeprozess. Wenn Redirects erst am Launch-Tag aus einer Tabelle in die Serverkonfiguration übernommen werden, fehlt meist die Zeit für belastbare Tests. Bei komplexen Plattformen lohnt sich ein verbindlicher Migrationsplan mit Testterminen, Verantwortlichen und einem klaren Go-live-Fenster.

URL-Mapping vollständig erstellen

Das URL-Mapping ist das Kernstück der Migration. Jede relevante alte URL erhält eine fachlich passende neue Ziel-URL oder eine dokumentierte Entscheidung zum Entfall. Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite sind keine Lösung. Sie enttäuschen Nutzer, senden schwache Relevanzsignale und können als Soft-404 bewertet werden.

Ein gutes Mapping enthält mindestens alte URL, neue URL, Redirect-Typ, Status und Bemerkung. Berücksichtigen Sie dabei auch PDFs, Bilddateien mit Suchtraffic, Sprachversionen, Unterseiten in Verzeichnissen sowie URLs mit Parametern, sofern sie indexiert oder verlinkt sind. Bei international ausgerichteten Websites müssen Sprach- und Länderzuordnungen erhalten bleiben.

Für dauerhaft umgezogene Inhalte ist in der Regel ein 301-Redirect richtig. Ein 302-Redirect ist nur für tatsächlich vorübergehende Umzüge gedacht. Redirect-Ketten und Schleifen müssen vermieden werden: Die alte URL sollte möglichst mit einem Sprung direkt auf die endgültige Zielseite führen.

Staging-Umgebung richtig absichern

Eine Vorschauumgebung darf nicht in den Suchergebnissen auftauchen. Der sicherste Schutz ist ein Zugriffsschutz auf Serverebene. Zusätzlich kann ein noindex-Tag sinnvoll sein, er ersetzt aber keinen Zugangsschutz. Gleichzeitig muss klar sein, wie diese Sperren vor dem Launch entfernt werden. Ein vergessener noindex-Header kann die Sichtbarkeit einer ganzen Website blockieren.

Prüfen Sie außerdem, ob Analyse-, Consent- und Tag-Management-Systeme in Staging sauber getrennt sind. Testdaten sollten nicht die produktive Webanalyse verfälschen. Auch E-Mail-Formulare, Schnittstellen und Suchfunktionen brauchen eine kontrollierte Testkonfiguration.

Technische Prüfungen auf der neuen Website

Die neue Website sollte vor dem Go-live wie eine produktive Plattform geprüft werden. Ein visueller Abnahmeprozess reicht dafür nicht aus.

Indexierung, Canonicals und Sitemaps

Jede indexierbare Seite braucht einen korrekten Statuscode 200, einen eindeutigen Canonical-Tag und sinnvolle Meta-Robots-Vorgaben. Canonicals sollten auf die eigene, bevorzugte URL zeigen - nicht auf die alte Domain oder eine Staging-Adresse. Gerade bei CMS-Migrationen entstehen hier Fehler durch Template-Konfigurationen, Mehrsprachigkeit oder doppelte Pfade.

Die XML-Sitemap enthält nur kanonische, indexierbare URLs mit Status 200. Sie ist kein Archiv aller Seiten und kein Ersatz für eine nachvollziehbare interne Verlinkung. Prüfen Sie auch die robots.txt: Sie darf wichtige Bereiche weder versehentlich blockieren noch veraltete Sitemap-Pfade ausliefern.

Bei Seiten mit Sprachversionen müssen hreflang-Auszeichnungen wechselseitig und vollständig sein. Das gilt auch für die Selbstreferenz. Fehlen einzelne Rückverweise, kann die gewünschte Sprachzuordnung an Zuverlässigkeit verlieren.

Interne Links und Navigation

Interne Links sollten bereits auf die neuen Ziel-URLs zeigen. Wer nach dem Relaunch noch umfassend über Redirects innerhalb der eigenen Navigation navigiert, erzeugt unnötige Ladezeit und erschwert die Wartung. Kontrollieren Sie Hauptnavigation, Footer, Breadcrumbs, Teaser, Inhaltsverzeichnisse, Downloads und redaktionelle Verlinkungen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen JavaScript-basierte Navigationen und Filter. Inhalte und Links müssen für Suchmaschinen erreichbar sein, ohne dass Nutzer erst interagieren müssen. Ob serverseitiges Rendering, vorgerenderte Inhalte oder eine andere technische Umsetzung nötig ist, hängt von Framework, Content-Menge und Funktion ab. Entscheidend ist das Ergebnis im gerenderten HTML, nicht allein das Erscheinungsbild im Browser.

Performance, Mobilansicht und Barrierefreiheit

Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, technische Qualität nicht getrennt von SEO zu betrachten. Große Bilddateien, blockierende Skripte, fehlerhafte Caches oder unnötige Third-Party-Tags belasten Ladezeiten und Nutzbarkeit. Prüfen Sie zentrale Seitentypen auf Mobilgeräten: Startseite, Leistungsseiten, Ratgeber, Kontakt, Suche und Formulare.

Auch Barrierefreiheit und Suchmaschinenfreundlichkeit profitieren oft von denselben Grundlagen. Semantische Überschriften, verständliche Linktexte, korrekt ausgezeichnete Formulare und eine klare Dokumentstruktur helfen verschiedenen Nutzergruppen ebenso wie der maschinellen Verarbeitung. Bei öffentlichen Stellen oder regulierten Organisationen sind die Anforderungen nach BITV und WCAG zusätzlich verbindlich zu bewerten.

Strukturierte Daten und Tracking übernehmen

Wenn die bisherige Website strukturierte Daten für Organisation, Breadcrumbs, Artikel, Veranstaltungen, Produkte oder Stellenanzeigen ausspielt, sollten diese geprüft und gezielt übernommen werden. Nicht jedes Schema ist sinnvoll. Falsche oder nicht sichtbare Angaben können eher Probleme verursachen als Nutzen.

Vor dem Launch muss außerdem feststehen, ob Webanalyse, Consent-Lösung, Conversion-Tracking und Search-Console-Verifizierung funktionieren. Kontrollieren Sie nach Einwilligung, ob relevante Ereignisse tatsächlich ankommen. Ein Relaunch ohne belastbare Messung erschwert die Bewertung der Migration erheblich.

Go-live: Diese Punkte gehören in den Launch-Plan

Am Launch-Tag zählt eine feste Reihenfolge. Zunächst wird die produktive Version freigeschaltet. Danach werden Zugangsschutz und noindex-Regeln der Vorschau kontrolliert entfernt, Redirects aktiviert und die wichtigsten URLs manuell geprüft. Testen Sie nicht nur die Startseite, sondern alte Top-URLs, zentrale neue Landingpages, Sprachvarianten, PDFs und Formulare.

Folgende Kontrollen sollten unmittelbar nach dem Go-live erfolgen:

  • Die Website ist über die bevorzugte HTTPS-Domain erreichbar und leitet Varianten wie http, www oder Nicht-www eindeutig weiter.
  • Alte, relevante URLs liefern einen direkten 301-Redirect auf passende neue Inhalte.
  • Wichtige neue Seiten antworten mit Status 200 und sind weder durch robots.txt noch durch noindex blockiert.
  • Canonicals, hreflang-Auszeichnungen, XML-Sitemap und robots.txt verweisen auf die produktive Umgebung.
  • Tracking, Consent, Suche, Formulare und Fehlerseiten funktionieren auch auf mobilen Geräten.

Ein kurzer technischer Crawl nach der Freischaltung deckt viele Fehler früh auf. Dabei sind insbesondere 404- und 500-Fehler, Redirect-Ketten, fehlende Seitentitel, doppelte Canonicals und unbeabsichtigt indexierbare Such- oder Filterseiten relevant.

Nach dem Relaunch: Migration aktiv begleiten

Mit dem Go-live endet die technische SEO-Migration nicht. In den ersten Tagen und Wochen sollten Indexierungsberichte, Crawling-Fehler, organischer Traffic, Rankings und Serverlogs beobachtet werden. Einzelne Schwankungen sind normal, besonders wenn sich Inhalte und Architektur stark verändert haben. Kritisch wird es, wenn viele wichtige Seiten aus dem Index fallen, Redirect-Ziele nicht passen oder die organische Nachfrage dauerhaft einbricht.

Ergänzen Sie das URL-Mapping, wenn neue Fehler auftreten. Alte Redirects sollten langfristig bestehen bleiben, solange externe Links, Lesezeichen oder Suchmaschinen sie nutzen. Nach einigen Monaten können nicht mehr relevante Regeln geprüft werden, doch vorschnelles Aufräumen schafft vermeidbare Brüche.

Eine gute Migration ist kein formaler Haken auf einer Projektliste. Sie zeigt sich daran, dass die neue Website technisch wartbar bleibt, Inhalte zuverlässig auffindbar sind und künftige Weiterentwicklungen nicht auf Provisorien aufbauen. Genau dafür lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung.